Ed Motta

Brasilien
Jazz Singer-Songwriter Soul Funk Vocal
Ed Motta

Ed Mottas neues Album "Criterion Of The Senses" ist Ende September 2018 erschienen.

Authentizität ist eine Illusion. Eine hübsche, aber doch nur ein Trugbild. Die wenigsten Dinge lassen sich für uns „hinsichtlich der Echtheit gesichert und daher zuverlässig“ einordnen, letztlich bestimmt unsere persönliche Wahrnehmung, was wir als authentisch empfinden. Und schon landen wir im neurobiologischen Reich der Sinne, einer weitgehend unerforschten Wunderwelt, die Herz und Hirn durch Hören, Sehen und Fühlen stimuliert. „Criterion of the Senses“, der neue albumformatige Erfahrungstempel des brasilianischen Soul-Sultans Ed Motta, setzt genau hier an. Es ist das dreizehnte Album des Sängers und Multiinstrumentalisten und seine Rückkehr zum „AOR“ – mit dem hoch gelobten Album gleichen Namens, „das beste Steely-Dan-Album, das nicht von Steely Dan selbst stammt“ (Die Welt), war Ed Motta vor fünf Jahren Vorreiter der weltweit wachsenden Faszination mit „Adult Oriented Rock“, auch als „Yacht Rock“ bekannt. Neulich erst zeichnete er für die von Record Collector bis Mixmag als „essential“ gerühmte Compilation „Too Slow To Disco Brasil“ verantwortlich.

„Ich bin ein Sammler“, gesteht Ed Motta, keine Neuigkeit für seine 450.000 Facebook-Freunde. „Am offensichtlichsten wird das bei Schallplatten – ich besitze gut 30.000 LPs – und vielleicht noch beim Wein. Für mich gehört meine Plattensammlung zu meiner Persönlichkeit, es ist das, was mich dazu bewegte, Musik zu machen, zum Klavier oder zur Gitarre zu gehen und einer von ihnen zu sein. Ich will das machen, was ich selbst so gerne höre.“ Wie er das tut, zeigt sich besser denn je auf „Criterion of the Senses“. Es sind nur acht Stücke, diskrete vierzig Minuten, also perfekt für zwei LP-Seiten, aber jedes einzelne davon birgt ein Universum. Das Klangspektrum reicht von Soul über Fusion bis Funk und Soft Rock, gründlich und leidenschaftlich eingespielt und produziert im Estudio Marini, Studio A Casa und Ed Mottas eigenem Dwitza, allesamt in Rio de Janeiro. Die Namen der Musiker mögen Westeuropäern wenig sagen, ihr musikalisches Können allein erklärt, warum man sie in Brasilien seit den Siebzigern verehrt. Sie geben den ausnahmslos von Ed Motta komponierten, getexteten, arrangierten und produzierten Stücken mit ihren Soli und auch im eng verzahnten Ensemble-Spiel genau die sinnliche Qualität, die er selbst als Zuhörer schätzt.

Bereits „Lost Connection to Prague”, Track 1 auf der A-Seite, bietet den warmen Fender Rhodes-Sound und die klare Eleganz eines Bonus-Tracks von “Aja”. Schon hier, trotz der gesanglichen Zurückgenommenheit, offenbart sich Ed Mottas vielleicht größte Gabe: seine Stimme. Sie funktioniert wie eine freundlich bestimmte Einladung in seine Gefühlswelt, mal tief und sanft schmeichelnd, dann wieder mit der Seelentiefe eines Donny Hathaway oder entgrenzt in der Aufregung über die Service-Floskel „There’s a voucher!“. „Sweetest Berry“ shuffelt sich als eleganter, Orgel getupfter Stepper direkt ins Herz jeder Soulsister, „Novice Never Noticed“ hält seine düstere Spannung mit komplexen Harmonien und Breaks, „Required Dress Code“ transportiert eine seltsam beschwingte Melancholie und dazu einen der schönsten Hooks des Albums. Auf zur B-Seite: „X-1 in Test“ lotet die Beziehung von Soul und Jazz-Funk aus und ist ein echter Herzerweicher, auch durch die Background-Parts der amerikanischen Sängerin Alma Thomas. Bassklarinette in einem Pop-Song? Das wunderschöne „The Tiki’s Broken There“, ein Doppel-Leadvocal mit Cidalia Castro, beantwortet diese Frage einwandfrei. Von der knarzigen Synthi-Bassline bis zu den Handclaps ist „Your Satisfaction Is Mine“ tanzbarster Disco-Funk, circa 1982, und die von Motta-Intimus Bluey von der britischen Band Incognito persönlich ausgewählte Lead-Single des Albums. Als würde man die Radiofrequenz vom R&B-Sender auf die Soft-Rock-Station drehen, huldigt „Shoulder Pads“ den Achtzigern von Walkman über VHS bis zu Jacketts mit Schulterpolstern mit haar-rockenden Gitarrenriffs und einem jubelnd jaulenden E-Gitarren-Solo. Die Texte, ebenso verfasst von dem perfektionistischen Mastermind hinter „Criterion of the Senses“, sind vielschichtige Kunstwerke für sich, mal abstrakte Poesie, mal direkte Liebes-Lyrik, Kurzgeschichten mit offenem Ausgang, inspiriert von Science-Fiction, Spionage-, Abenteuer- und Crime-Thrillern oder auch Franz Kafka, einmal sogar mit einem Zitat aus Shakespeares Hamlet.

Die klare Haltung, die in jedem Detail dieses vielschichtigen Pop-Albums steckt, das einwandfreie künstlerische Konzept des Ed Motta, könnte dafür sorgen, wie es neulich in völlig anderem, politischen Zusammenhang in einem Blog auf Freitag.de hieß, „die Authentizität als das zu entlarven, was sie letztlich immer sein wird: eine Inszenierung, ein mediales Konstrukt.“ So oder so, ob mit oder ohne Hintergedanken und philosophischen Diskurs oder vielleicht nur im freien Fall der sinnlichen Genüsse, ist „Criterion of the Senses“ ein herrliches Album, bestimmt sogar – der Satz darf in keiner noch so authentischen CD-Info fehlen – Ed Mottas bestes.

Videos
  • Ed Motta - Your Satisfaction Is Mine (Official Video)
    Ed Motta - Your Satisfaction Is Mine (Official Video)
  • Ed Motta - Smile
    Ed Motta - Smile
  • Ed Motta - Simple Guy // Brownswood Basement Session
    Ed Motta - Simple Guy // Brownswood Basement Session
  • Ed Motta Boiler Room XJazz Festival
    Ed Motta Boiler Room XJazz Festival
Presse
„Mottas Gespür für bittersüße Harmonien, die er mit seinem Fender Rhodes Piano ordentlich unter Druck setzt, ist (…) selbst für einen Musiker aus dem Mutterland des Bossa Nova erstaunlich.“
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2018
„Ever since the late 80s (Ed Motta) is the reference for jazzy Soul from Brazil. (…) His baritone thrones in voluminous lushness. (…) In his unexcitedness lies an immense perfection, in the relaxed manner a grand love of detail."
Rolling Stone
„Seit Donny Hathaway hat kaum jemand so geklungen, das ist der Maßstab, der hier angesetzt werden muss. Butterweicher Jazz-Soul-Pop wie zu besten Steely-Dan-Zeiten."
HHV Mag
Motta is a master of the cool, elegant, smooth groove with an edge. Superb album.
Echoes Magazine
Diskografie
Perpetual Gateways
Perpetual Gateways
2016
Membran
Line up

Ed Motta – Fender Rhodes / Vocals
Matti Klein - Piano, Keys
Yoràn Vroom – Drums
Laurent Salzard – E-Bass
Arto Mäkelä – Guitar

Verfügbarkeit

Territorien:

Asien, Europa, Afrika

außer:

Frankreich

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