
Bia Ferreira, eine brasilianische Sängerin, Komponistin, Multi‑Instrumentalistin und Artivistin, gilt heute als eine der kraftvollsten Stimmen der zeitgenössischen brasilianischen Musik. Mit ihrem unverwechselbaren Ansatz verbindet sie afrodiasporische Rhythmen wie Soul, R&B, Reggae und Rap mit brasilianischen Stilen wie Samba und Repente – ein Klang, der ebenso politisch wie poetisch ist. Ihre direkten, kompromisslosen Texte greifen zentrale Themen unserer Zeit auf: Nekropolitik, Rassismus, LGBTQIAP+‑Rechte, schwarze Feminismen, Geschlechterfragen, Zuneigung und die Realität marginalisierter Körper.
Diese künstlerische Haltung wurzelt in einem frühen musikalischen Werdegang: Bereits im Alter von drei Jahren begann Bia mit dem Klavierspiel in der Kirche, später studierte sie am Conservatório Brasileiro de Música und entwickelte sich zu einer vielseitigen Multiinstrumentalistin. Mit zwölf schrieb sie ihre erste eigene Komposition – ein prägender Moment in ihrer Auseinandersetzung mit Identität, Religion und Geschlecht. Ihr Werk orientiert sich am Konzept der escrevivência, einer Schreibweise, die autobiografische Erfahrung und soziale Kritik eng miteinander verwebt.
Ihren Durchbruch feierte sie 2018 mit Cota Não É Esmola, einem viralen Hit, dessen Text sogar an der Universität Brasília zur Pflichtlektüre wurde. Nach ihrem gefeierten WOMEX‑Showcase 2022 spielte Bia über 100 Konzerte in 16 Ländern in Amerika, Europa und Afrika und etablierte sich als eine der international aktivsten unabhängigen brasilianischen Künstlerinnen ihrer Generation. Ihre Live‑Auftritte sind energiegeladen, emotional, aktivierend – und hinterlassen überall nachhaltige Eindrücke.
Zu ihrer Diskografie gehören Igreja Lesbiteriana, Um Chamado (2019) und Faminta (2023), ein Wendepunkt, der die transformative Kraft der Zuneigung in den Mittelpunkt stellt. Mit Améfrica (2026) erweitert sie ihre künstlerische Sprache erneut. Neben ihrer Musik beteiligt sie sich an Radiosendungen, schreibt für Zeitungen und nutzt Kunst als Werkzeug, um gesellschaftliche Fragen in Lösungen zu verwandeln.
Territorien:
Benelux, Osteuropa, Mitteleuropa, Nordeuropa