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Afro Pop, Singer Songwriter

Habib Koité & Bamada

| Mali

Die Musik Malis, einer der reichsten Kulturen Westafrikas, ist bekanntlich des Europäers liebstes Weltmusik-Kind. Die Wassoulou-Queen Oumou Sangaré, Ur-Blueser Ali Farka Touré und der Afro- Popstar der ersten Stunde, Salif Keita, katapultieren die Musik des Savannen-Landes in regelmäßigen Abständen an die Spitze der einschlägigen Charts. Ein beso nnener Poet aus dem Volk der Kassonké hat sich mittlerweile seinen ganz eigenen Platz in der "Ha ll Of Fame" malischer Künstler erobert. Mit seinem ausgeklügelten, eleganten Akustik-Sound zwischen a frikanischer Tradition und westlichem Arrangement setzt er auf die große Vereinigung des Landes: Alle malischen Farben finden Platz in der Klangwelt des Habib Koité. " Ich sehe nicht ein, warum ich mich irgendwelchen ethnischen Grenzen unterwerfen soll!" sagt der 58jährige Gitarrist und Sänge r aus der Nachkommenschaft einer Griot- Familie.

In der Hauptstadt Bamako tat der Youngster seine ersten Schrit te am Institut National des Arts und schwang sich innerhalb von vier Jahren vom talentierten L eader einer Schülerband zum erstklassigen Gitarrenlehrer des Konservatoriums auf. "Ich habe mit europä ischen Büchern zu lernen begonnen, auch viel europäische Musik in Clubs gespielt, aber bald ging ich dazu über, traditionelle Stücke in der Art der kamale n ‘ goni, der sechssaitigen Buschharfe, zu interpretieren", erzäh lt Habib Koité über seine einzigartige Zupftechnik im Interview. Schon früh versamm elte der Experimentierfreudige eine breite Palette afrikanischer Farben mit den erworbenen Erkenntnissen des Studiums, bildete sich im Ensemblespiel mit nationalen Größen wie dem Balafon- Ma ître Keletigui Diabaté und dem Erneuerer der westafrikanischen Kora-Harfe, Toumani Diabaté.

1988 gründete er seine Gruppe Bamada. Zügig kam der Durchb ruch in der frankophonen Welt, denn Radio France Internationale nahm ihn unter seine fördernd en Fittiche und bedachte ihn mit seinem Entdecker-Preis. 1995 sah die Geburt seines ersten Albums Mu so Ko, das ihm begeisterte Reaktionen der gesamten europäischen Szene bescherte. Seitde m ist Habib Koité st ändiger Gast der großen World-Festivals außerhalb Afrikas und brach Genre-G renzen auch konzertierend auf, als er beispielweise mit dem Art Ensemble Of Chicago auf Tour g ing. Sein zweites Album Ma Ya belegte 3 Monate lang Platz 1 der World Music Charts Europe und weitet e den Ruhm selbst in die Vereinigten Staaten aus: die Scheibe hielt sich sage und schreibe 20 Wochen in den Spitzenrängen der Charts des College Music Journal. Tourneen innerhalb des Putumayo- Projekts "Mali To Memphis" und mit der Wassoulou-Frau Oumou Sangaré sind die aktuellen Hig hlights im Tagebuch des Ausnahme- Barden. Soweit die Fakten. Doch worin liegt der musikalis che Zauber dieses bescheidenen Kassonké- Mannes?

Vor allem wegen seiner mitreißenden Live-Auftritte wird H abib, zu dessen erklärten und treuen Fans auch Jackson Browne und Bonnie Raitt zählen, bereits als n ächste große Crossover-Hoffnung der Weltmusik gehandelt: ein Star, der mit Charisma und Kö nnen seine musikalischen Wurzeln einem breiten Publikum zugänglich macht. Es ist wohl die unerschrocke ne und äußerst feinsinnige Verschmelzung aller malischen Nuancen mit Soul-, Blues-, Fl amenco- Reminiszenzen und modernem Afro-Groove zu einem neuen Klangbild, die den Zauber sei ner Musik ausmacht. Dieses enorme Panorama wird durch die eine oder andere Rock-Injektion in d er Rhythmus-Sektion aus westlichem Schlagzeug, talking drum und E-Bass noch erweitert.

"Als mein letztes Album Ma Ya erschien", erzählt er, "waren d ie Leute in meiner Umgebung erstaunt dar über, daß in den Songs so viele ethnische Gruppierungen vertreten sind. Das ist nicht üblich in Mali, normalerweise hält ein Sänger immer an ein und de rselben Spielweise fest. Aber ich verwende alle rhythmischen und harmonischen Farben, die mir zur Verfügu ng stehen, den Rhythmus danssa der Kassonké aus der Stadt Kayes, die Spieltechnik der kamale n ‘ goni, die gemeinhin mit der Wassoulou-Region assoziiert wird, und neben vielen ande ren Elementen natürlich auch die Ü berlieferung der Bambara aus dem historischen Zentrum Malis, aus Ségou." Befragt nach der Benennung seiner neuen Stil-Kreation antwortet er: "Danssa- Doso". Doso steht hierbei für die Musik der Jäger, die eine der kraftvollsten und ältesten Schich ten malischer Klangkultur verkörpern: "Die Musik der Jäger bleibt immer auf einem Akkord, die Harmonien wechseln nicht. Ich füge deshalb einige Harmonien hinzu, um die Musik abwechslungsreicher zu gestalten, halte mich dabei aber fast religiös an die Skala".

Dieses behutsame Unterheben von Neuerungen in die Tradi tion kennzeichnet auch Habib Koités drittes Album Baro . Seine bekannten Mitstreiter sind wieder versammelt: Drum mer Souleymane Ann und Bassist sowie Buschharfen-Spieler Abdoul Wahab Berthé bi lden das Gerüst, in welches sich das traditionelle Schlagwerk von Mahamadou Koné einfügt, sowie die akustischen Gitarren von Boubacar Sidibé und Habib selbst, der neben herrlich perlenden Sai tenläufen diesmal auch zur Flöte greift. Altehrwürdige Griot-Töne kommen diesmal von Keletigui Dia batés Balafon, der schon in den 1960ern mit Jazz-Vibraphonist Lionel Hampton jammte und zum leg end ären Line-Up von Salif Keitas Ambassadeurs zählte. Koité und sein Ensemble vermittel n uns viele Bilder der westafrikanischen Welt: ob es um den Schuhkauf auf dem Markt geht, um eine "Konferenz" der Savannen-Tiere gegen die Umweltzerstörung, den anmutigen Tanz eines Mädchens a us dem Volk der Songhai oder um eine philosophische Betrachtung über die Rolle des Geldes in der malischen Gesellschaft — jedes der Lieder berührt und bezaubert in unaufdringlicher jedoch ei ndringlicher Akustik.

Mit einem Fuß in der Vergangenheit und dem anderen in d er Zukunft ist Habib Koité ein Künstler fü r eine Generation, die das Zusammenbrechen kultureller Barrieren auch als Befreiung erlebt hat. Er schätzt und respektiert die Musik seiner Vorfahren, sieht aber gleichzeitig den Tag kommen, an dem Dorfälteste sich in ihren Grashütten via Laptop mit der Welt unterhalten werden. Baro zeigt uns modernen Menschen, dass wir die Vergangenheit nicht verdränge n müssen, um uns weiter zu entwickeln und dass wir mit Folklore, Mythos und Geschicht e der Völker Verbindung halten halten sollten, um nicht in Sinn- und Seelenlosigkeit zu versinken.

On Tour

Electro Deluxe (34155 Bytes)

Electro Deluxe

29.04. DE-Gronau
30.04. CH-Basel
06.05. DE- Rottweil
01.07. LV-Riga
02.07. LV-Cesis
15.07. DE-Stuttgart
27.07. DE-Karlsruhe
28.07. DE-Würselen
29.07. DE-Nürnberg
05.08. AT-Wieselburg
14.10. DE-Leipzig

Seit 2001 hat die Gruppe sich die Electro-Jazz ihrer Debüts in übervitaminierten Cocktails von soul und funk entwickeln lassen. Erkennbar sind unter allen und Sucht erzeugend.