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African Pop Music

Angelique Kidjo

| Benin

Ihr Geist ist unbesiegbar, und sie erweckt alles, was sie berührt, zum Leben.“ Peter Gabriel.

Angelique Kidjo ist mit ihrem neuen Album auf den Spuren ihrer Wurzeln – Wurzeln, die weit über ihre westafrikanische Heimat Benin hinausgehen. Der Grund dafür ist, dass die mit einem Grammy ausgezeichnete Sängerin, Tänzerin und Songschreiberin  definitiv eine Künstlerin des globalisierten 21. Jahrhunderts ist. Ihre Kunst überquert Grenzen, Genres und Ethnizitäten. Dabei spürt Kidjo die Verbindungen auf, die musikalische Formen aus allen Teilen der Welt miteinander haben, bleibt aber dabei eigenen Traditionen treu.
Die Songs auf ÕŸÖ sind Rhythm & Blues, Soul und Jazz – Melodien aus Benin sowie Eigenkompositionen. Angelique Kidjo wuchs in Cotonou auf, ihre Eltern hielten jede Form von Kreativität hoch, und so machte sie schon früh mit einem großen Spektrum von Musik und Tänzen Bekanntschaft. In den Sechzigerjahren lechzte Westafrika nach internationaler Popmusik, und Kidjo war schon vor dem Teenageralter bestens vertraut mit der Musik von James Brown, Otis Redding und Carlos Santana, genauso aber mit Miriam Makeba und Bella Bellow.

Curtis Mayfields “Move On Up”, das sie im Duett mit dem mehrfachen Grammy-Gewinner John Legend singt, ist der Inbegriff für ihre Liebe zu dieser Musik. «Meine Tochter hat den Song ausgesucht», erklärt Kidjo, und er illustriert die Fähigkeit der Künstlerin, die Zeitlosigkeit und die Aktualität eines Songs gleichsam zu offenbaren. Im Jahr 1970 sang Mayfield “Move On Up” als Schlachtruf der unterprivilegierten amerikanischen Jugend. Im Jahr 2010 singen Kidjo und Legend, unterstützt von einem kraftvollen Chor und energiegeladenen Bläsern, “Move On Up” als Aufruf an die afrikanische Jugend, das Schicksal ihres Kontinents selbst in die Hand zu nehmen.

Der Schlusstrack des Albums ruft sogar noch frühere Erinnerungen wach: Kidjo war erst sechs Jahre alt, als sie das erste Mal in der Öffentlichkeit sang, und ihr Song damals war “Atcha Houn”, eine traditionelle Melodie, die sie so beschreibt: «Eine Art Festmusik, die gesungen wird, wenn Leute sich versammeln. Ich habe den Song im Theaterhaus meiner Mutter gesungen. Sie musste mich geradezu auf die Bühne schubsen, so habe ich mich gesträubt. Aber das war der Moment, in dem meine Leidenschaft für das Singen – und auch für die Bühne – erwachte.»

Diese Musik – die Musik ihrer Jugend – ist das Thema der hypnotisierenden Tracks auf ihrem Album. Jeder einzelne Song ist ein Beweis für Kidjos Fähigkeit, «die Musik Benins» in ihre Interpretationen hineinzubringen. Vier Songs sind Kidjos eigene Versionen von Hits amerikanischer Popmusik-Ikonen. Carlos Santanas “Samba Pa Ti” wird zu einer hinreißenden Ballade mit Roy Hargroves Trompete im Rampenlicht. In “Cold Sweat” (mit dabei auch Mitglieder der Afrobeat-Band Antibalas) rahmen Bläser-Riffs sowie Call and Response-Gesang die treibende Stimme von Kidjo ein – das hätte James Brown sicherlich in Ekstase versetzt. Kidjo erinnert sich, Otis Reddings “I Got Dreams To Remember” gehört zu haben, als sie jung war, und ihr Bruder verordnete ihr Schweigen, wenn sie das Lied singen wollte. Er sagte: «Du kennst den Text doch gar nicht.» Doch Kidjo setzte sich durch und singt den Song jetzt mit so viel Seele, dass es schlichtweg übernatürlich ist. Ein weiteres bekanntes Lied, Aretha Franklins “Baby I Love You”, beginnt mit Percussion, bevor Kidjo und Dianne Reeves in eine ergreifende Folge Franklin-inspirierten Diva-Schlagabtausches versinken.

In den Jahren, nachdem Kidjo das erste Mal mit amerikanischer Popmusik in Berührung kam, die sie als Kind so beeinflusst hat, ging es mit ihrer Karriere stetig bergauf. Als Teenager war sie im nationalen Radio zu hören, in den frühen Achtzigerjahren zog sie nach Paris, weil die politische Situation in Benin für eine unabhängige, kreative Künstlerin unhaltbar wurde. Zuerst war sie in der Jazz-Community aktiv, entwickelte ihre Interessen aber ständig weiter und wurde in den Neunzigern zu einer internationalen Top-Künstlerin.
Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat sie ihre eigene öffentliche Präsenz dafür genutzt, eine Vielzahl von Interessengruppen zu unterstützen, von UNICEF (für die sie Sonderbotschafterin ist) bis zu ihrer eigenen Organisation Batonga Foundation (die junge afrikanische Mädchen in ihrer Ausbildung fördert). Im September 2009 tat sie sich mit UNICEF für eine Kampagne gegen Tetanus zusammen. Mit einem Teil der Einnahmen vom Download des Songs “You Can Count On Me” werden Tetanus-Impfungen für schwangere Frauen und Mütter finanziert.

Ihre Verbindung zur afrikanischen Musik hat Kidjo nie verloren, jene  Verflechtungen, die in vielen eher traditionell orientierten Stücken präsent sind. Die dramatische, einem Ruf gleichkommende Melodie von “Zelie” wurde von Bella Bellow aus Togo komponiert und wird von Kidjo mit deutlicher, theatralischer Intensität gesungen. Das Wiegenlied “Lakutsn Llanga”, mit süßem Klang interpretiert, ruft ihre Bewunderung für die späte Miriam Makeba in Erinnerung. “Mbube”, performt mit temperamentvollem rhythmischem Antrieb ist laut Kidjo «die Originalversion von ‘The Lion Sleeps Tonight’, bevor der Song einen französischen oder englischen Text hatte.» Und John Barrys Musik aus Sidney Pollacks Film “Out of Africa” kommt mit leidenschaftlicher Eindringlichkeit daher. «Ich musste den Song einfach singen», erklärt sie, «weil die Musik so perfekt gemacht war.»

Kidjos eigenen Songs zeigen die emotionale Bandbreite ihrer Kreativität. Das schneidige “Kelele” beschreibt sie als «Highlife aus Ghana», und fügt hinzu: «Ich möchte, dass überall, wo ich hingehe, sich die Leute daran erinnern, dass sie menschliche Wesen sind, und dass sie sich bewusst machen: Wenn wir keinen Spaß haben, hat alles einen faden Geschmack.» Spuren von Brasilianischem ziehen sich durch die lyrischen, fließenden Rhythmen von “Afia”, geschrieben vom dem Gitarristen und Sänger Vinicius Cantuaria. 
Zwei andere Dinge unterstreichen ihre Offenheit und Aufnahmefähigkeit für verschiedene Musikformen. “Petite Fleur” ist ein klassisches Jazz-Stück aus der Feder des Sopransaxophonisten Sidney Bechet und ein Lieblingssong von Kidjos Vater, der im Frühjahr 2008 starb. «Ich wollte etwas mit reinnehmen, das an ihn erinnert», sagt Kidjo. «Er hat mein erstes Konzert produziert, und er hat
sich Leuten entgegengestellt, die sagten: ‘Du solltest niemals zulassen, dass dein Kind Entertainer wird’.» Die französischen Textzeilen schmückt sie mit der intimen Wärme liebevoller Erinnerung. 

Angesichts der stilistischen Vielfalt ihrer Songauswahl wurde die Musik für ÕŸÖ in verblüffend kurzer Zeit aufgenommen. «Mit der Hilfe von Christian McBride (Bass), Kendrick Scott (Schlagzeug) und Thiokho Diagne (Percussion) haben wir 16 Songs in vier Tagen aufgenommen», sagt Kidjo. «Es war aber nicht wirklich schwer, weil ich einfach so viel Musik in meinem Kopf habe. Es war da, es drängte sich auf, es wollte raus und ich konnte kaum abwarten, es zum Ausdruck zu bringen.»
Genau das hat sie getan, und zwar mit der gleichen charismatischen Lebenskraft, die auch bei ihren Bühnenauftritten spürbar ist. Wenn man sie nach ihrem schier unendlichen Enthusiasmus fragt, dann lacht sie nur und sagt: «Ohne Herausforderungen im Leben langweilen wir uns doch. Ich habe im Hinterkopf, was meine Großmutter immer sagte: 'Ausruhen kann man sich, wenn man tot ist’.»

On Tour

Little Drop Of Poison (7640 Bytes)

Rebekka Bakken

06.11. DE-Oldenburg
07.11. DE-Hannover
08.03. AT-Graz
11.03. DE-Mainz

Rebekka Bakken zählt ohne Zweifel zu den markantesten weiblichen Stimmen Europas.